Zunahme der Herzmuskelmasse und des Herzgewichts durch Vergrößerung der Herzmuskelzellen bei unveränderter Anzahl. Je nach betroffener Herzkammer werden Linksherzhypertrophie und Rechtsherzhypertrophie unterschieden. Überschreitet das Herz durch eine zunehmende Herzhypertrophie das »kritische Herzgewicht« von 500 g, kann der verdickte Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden, und es treten Zeichen der Minderdurchblutung (v. a. Brustschmerzen) bis hin zum Absterben von Herzmuskelzellen (Herzinfarkt) auf. Die Leistungsfähigkeit des Herzens vermindert sich (Herzinsuffizienz).
Muss die Herzkammer ständig gegen einen hohen Blutdruck arbeiten, z. B. bei Klappenverengungen oder Bluthochdruck, entsteht eine Druckhypertrophie aller Wandabschnitte der Kammer. Bei einer Volumenhypertrophie muss die Herzkammer ein erhöhtes Blutvolumen bewältigen, z. B. weil eine Herzklappe undicht ist und das weiter gepumpte Blut in die Kammer zurückfließt. In diesem Fall entsteht neben der Wandverdickung auch eine Erweiterung der Herzkammer (Dilatation). Die Herzhypertrophie kann auch erblich bedingt sein. Der Betroffene leidet an den jeweiligen Beschwerden der Grundkrankheit, die Herzhypertrophie selbst verläuft eher ohne Symptome. Es zeigen sich Veränderungen im EKG, Herzultraschall und in der Röntgenaufnahme des Brustkorbes. Wichtig ist die Therapie der Grunderkrankung, da es sonst zu Komplikationen kommt.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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