erniedrigte Kalziumkonzentration im Blut mit Werten kleiner als 2,3 mmol/l. Der Normalwert liegt bei 2,3–2,6 mmol/l.
Ursache: Vitamin-D-Stoffwechselstörungen, Parathormonmangel oder Tumoren, die das Hormon Kalzitonin produzieren, sind häufigste Ursachen. In der Pubertät, Schwangerschaft und Stillzeit ist der Kalziumbedarf erhöht und wird durch die Nahrung oft nicht gedeckt. Auch bestimmte harntreibende Mittel können eine Hypokalzämie hervorrufen.
Befund: Die akute Hypokalzämie verursacht eine gesteigerte Erregbarkeit von Nerven und Muskeln (Tetanie) mit Pelzigkeitsgefühl und Kribbeln der Haut (meist um den Mund) sowie Muskelkrämpfen mit typischer Spitzfußstellung und »Pfötchenstellung« der Hände. Auch Krampfanfälle sind möglich. Der chronische Kalziummangel zeigt sich in einer trockenen, rissigen Haut, Haarausfall, Querrillen an den Nägeln und krankhaften Veränderungen der Knochen mit Verbiegung v. a. belasteter Knochen, Gangstörungen und Schmerzen (Knochenerweichung).
Behandlung: Bei akuter Hypokalzämie kann die intravenöse Gabe von Kalzium notwendig werden. Die Behandlung der chronischen Hypokalzämie besteht in einer kalziumreichen Diät, z. B. reichlich Milch und Milchprodukte, sowie evtl. in der Verordnung von Kalziumpräparaten und Vitamin D.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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