bösartiger, vom Blutgefäßsystem ausgehender Tumor, der an mehreren Stellen bevorzugt Haut und Schleimhäute befällt.
Ursache: Wahrscheinlich handelt es sich um einen virusbedingten Tumor, verantwortlich wird das Herpes-Virus Typ 8 gemacht. Eine Schwächung des Immunsystems begünstigt das Auftreten. So tritt das Kaposi-Sarkom gehäuft bei Aids auf und verläuft dann besonders aggressiv. Es kommt auch bei Transplantatempfängern unter immunsuppressiver Therapie vor und kann sich manchmal nach Absetzen der Therapie zurückbilden. Seltener tritt es als klassisches Kaposi-Sarkom bei Männern jenseits des 50. Lebensjahres auf, wobei es sich hier meist auf Arme und Beine beschränkt.
Befund: Das klinische Bild ist variabel und reicht von schmerzlosen, roten bis bräunlichen Flecken über braune Knötchen bis hin zu großen Geschwüren. Bei Aids-Kranken treten die ersten Tumoren nicht selten in der Mundhöhle auf. Es kann zu Wassereinlagerungen und – bei Befall der inneren Organe – zu lebensbedrohlichen Blutungen kommen.
Behandlung: Lokalmaßnahmen wie operative Entfernung einzelner Kaposi-Sarkome, Laserbehandlung oder Bestrahlung stehen im Vordergrund. Eine Chemotherapie wird nur bei ausgedehntem Befall der Haut und bei Befall der inneren Organe durchgeführt. Wegen erhöhter Blutungsgefahr sind Verletzungen und Stöße unbedingt zu vermeiden. Eine konsequente Hautpflege beugt Geschwüren vor.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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