schwerste Bewusstseinsstörung bis zur tiefen Bewusstlosigkeit durch den Ausfall der Entgiftungsfunktion der Leber. Es wird unterschieden zwischen einem Leberzerfallskoma und einem Leberausfallskoma. Das Leberkoma endet oft tödlich.
Ursache: Das Leberzerfallskoma (endogenes hepatisches Koma) wird durch massiven Leberzelluntergang, z. B. infolge einer schweren Virushepatitis oder einer Vergiftung (u. a. Tetrachlorkohlenstoff oder Knollenblätterpilz), ausgelöst. Dagegen entwickelt sich das Leberausfallskoma bei einer Leberzirrhose. Dabei wird über Umgehungskreisläufe Blut an der Leber vorbeigeleitet, sodass gehirnschädigende Stoffe (z. B. Ammoniak) direkt zum Gehirn gelangen können. Als zusätzliche Auslöser wirken Belastungen von außen, z. B. hohe Eiweißzufuhr, eine Blutung in Magen oder Darm, Alkoholkonsum oder Infektionen.
Befund: Der Betroffene wirkt im ersten Stadium müde und geistig verlangsamt, hat Merk- und Sprachstörungen und zittert (Flapping tremor, Tremor), was auf eine beginnende hepatische Enzephalopathie hinweist. Im zweiten Stadium nehmen Schläfrigkeit und Apathie zu; koordinierte Handlungen sind nicht mehr möglich. Im dritten Stadium schläft der Kranke fast nur, ist aber noch weckbar und seine Reflexe sind erhalten. Im vierten Stadium fällt er ins Koma, reagiert nicht mehr auf Schmerzreize und seine Reflexe sind erloschen. Er riecht stark nach frischer Leber (Foetor hepaticus).
Behandlung: Durch intensivmedizinische Maßnahmen wird versucht, den Körper von den Giftstoffen zu entlasten oder evtl. Blutungen zu stillen. Chancen und Risiken einer Lebertransplantation müssen gegeneinander abgewogen werden.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 08.12.2010
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