seltene, entzündliche Muskelkrankheit. Liegt eine zusätzliche Beteiligung der Haut vor, spricht man von einer Dermatomyositis.
Ursache: Die Polymyositis beruht auf einer Abwehrreaktion des Körpers gegen das körpereigene Muskeleiweiß Myosin (Autoimmunreaktion).
Befund: Typisch ist eine beidseitige Muskelschwäche im Schulter- und Beckenbereich, begleitet von muskelkaterartigen Schmerzen. Dem Betroffenen fällt es zunehmend schwer, vom Stuhl oder aus dem Bett aufzustehen, Treppen zu steigen oder die Arme über den Kopf zu heben. Die Beschwerden können plötzlich mit deutlichem Krankheitsgefühl und Fieber oder auch allmählich auftreten. Begleitende Gelenkschmerzen gehen nicht mit einer Gelenkzerstörung einher. Ist die Muskulatur von Speiseröhre, Kehlkopf oder Augen beteiligt, kann dies Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder Schielen hervorrufen. Manchmal kommt es zusätzlich zu Durchblutungsstörungen (Raynaud-Syndrom). Bei der Dermatomyositis treten zusätzlich Hautveränderungen auf, wobei eine rötlich lilafarbene, schmetterlingsförmige Schwellung um die Augen herum besonders charakteristisch ist. Der Ausschlag kann sich auch an Schultern, Rücken oder Armen zeigen.
Durch eine Blutuntersuchung und spezielle Muskeltestverfahren sowie der Auswertung einer Muskelgewebsprobe wird die Diagnose gestellt. Da das Auftreten, v. a. der Dermatomyositis, oft gleichzeitig mit einem bösartigen Tumorleiden zusammentrifft, muss ein solches durch weitere Verfahren ausgeschlossen werden.
Behandlung: Um den Entzündungsprozess aufzuhalten und Schmerzen zu lindern, werden Kortisonpräparate (Kortikoide) und manchmal Zytostatika eingesetzt. Mit Krankengymnastik versucht man, Folgen des Muskeluntergangs (z. B. Fehlstellungen der Arme und Beine, Bewegungseinschränkungen in den Gelenken) zu bessern.
Brockhaus Gesundheit; 30.11.2010, aktualisiert am 09.12.2010
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